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Grußbotschaft von Christine Ax, Vorständin des Netzwerks Rechte der Natur e.V.

Liebe Freundinnen und Freunde von Mutter Erde, 

ich möchte euch heute im Namen des Netzwerkes Rechte der Natur in Deutschland herzlich grüßen und wünsche Euch, dass dieser erste Rights of Nature Day in Österreich ein fruchtbarer Anfang für etwas Wichtiges und Großes ist. 

Ich freue mich sehr, dass sich in Wien und anderen Regionen Österreichs immer mehr Menschen auf den Weg machen, um der Natur eine Stimme zu geben. Dass sie ihre Abhängigkeit von der Natur anerkennen und Eigenrechte der Natur auf Leben, Wiederherstellung und Entwicklung fordern.

Heute Nacht habe ich viel über Mutter Erde nachgedacht. Und über all die Mütter und Väter auf dieser Erde. Denn Mütter und Väter zu sein, und Kinder von Müttern und Vätern, das verbindet uns. Und es gründet tief im Leben.

Und ich kann mir die Bemerkung leider nicht verkneifen: Gerade wir Mütter und Frauen teilen oft das Schicksal der Natur: Unsere große Bedeutung für den Erhalt und das Gelingen des Lebens, unsere Arbeit, unsere Liebe und unsere tägliche Sorge – die Sorgearbeit – wird – wie die Arbeit, die die Natur für uns leistet – nicht wirklich gesehen und nicht genügend respektiert.

Und ich habe euch etwas mitgebracht: Dieser wunderschöne Apfel ist in meinem Garten gewachsen.

Niemand von uns hat ihn gemacht oder könnte ihn herstellen. Wir haben vielleicht den Baum gepflanzt und auf ihn geachtet. Aber dass aus Erde, Wasser, Sonne, einem kleinen Blütenansatz und Dank des Besuches einer Hummel oder Biene, schließlich dieser wunderbare Apfel wird, das ist ein Geschenk des Lebens an das Leben und an uns.

Und Mutter Erde hält dafür nicht die Hand auf. Das machen später andere.

Sie schenkt uns Wasser, Nahrung, Luft, Schönheit und Fruchtbarkeit. Sie trägt unser Leben. Wir schulden ihr unser Leben. Und unsere Liebe zum Leben.

Von unseren Kindern lernen wir, was es heißt, zu nähren, zu schützen und Sorge zu tragen. Und ich glaube, genau das lehrt uns auch Mutter Erde: eine Liebe, die nicht besitzen will, sondern vor allem auf Beziehung beruht, auf Dankbarkeit, zugeneigt sein und Respekt.

Meine Tochter sagte heute Morgen etwas sehr Kluges zu mir: Eigentlich geht es gar nicht darum, etwas Neues zu erfinden. Wir müssen uns nur an etwas sehr Wichtiges erinnern.

An diese nährende, gegenseitige Beziehung zwischen uns und der lebendigen Erde.

Wir haben einen Kopf, und der ist sehr wichtig. Aber wir sind auch fühlende Wesen. Und wir sind Teil dieser wunderschönen Erde. Vielleicht beginnen die Rechte der Natur genau dort: mit dem Erinnern.

Ich wünsche allen, die diesen wunderbaren Anlass möglich gemacht haben,  von Herzen einen wunderbaren ersten Rights of Nature Day in Österreich, gute Begegnungen, Mut und Freude für alles, was daraus wachsen wird.

Und Mutter Erde danke ich heute für diesen Apfel.

 

Christine Ax, M.A. 

Netzwerk Rechte der Natur e.V. 

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