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Begrüßung durch Eva Vesovnik, Vizepräidentin der Österreichischen Gartenbaugesellschaft

HerbstEarthDay – Frühlingsbeginn auf der Südhalbkugel
Rights of Nature Day

Wie hängt das alles zusammen?

 

Willkommen im Frühling – seit heute 2:10 MEZ – auf der Südhalbkugel; Herbstbeginn bei uns – Aequinox für alle – die Tag und Nacht-Gleiche
Ein einzigartiger Moment auf dem gesamten Globus, der alle verbindet.
Der Völker und Kulturen von Anbeginn an beschäftigte, faszinierte, und der für ihre Lebensführung von entscheidender Bedeutung war. Die ältesten erhaltenen Bauwerke auf allen Kontinenten bezeugen die Erforschung und Fixierung dieser Tag-und Nachtgleiche. Wann kommt der Sonnenstrahl an einen bestimmten Punkt. Wann werden die Tage wieder länger. Wann erwacht die Natur.
Aequinox ist der älteste „Beweis“ der intensiven Beschäftigung des Menschen mit der Natur – vom reinen Sammeln und Jagen abgesehen. Mit dem ersten Anbauen von Feldfrüchten möchte man sich nach dafür günstigen Bedingungen richten: Nilüberschwemmung, ja, aber wann ist sie da? Die Taglängen konnte man voraus beobachten. Ob in ägyptischen Tempeln, in Machu Pichu, den Maya-Observatorien, in Stone Henge, noch früher bei den Babyloniern im Zweistromland, (-dessen 7000 Jahre Kultur....he wants to anihilate..), noch früher in Gölpecki Tepe und anderen anatolischen Tels, die bisher erschlossen: 12000 vor unserer Zeitrechnung, immer ging es darum, Natur, Kosmos, Gestirne und ihren Einfluss auf das irdische Dasein zu beobachten und verstehen zu lernen.

Um das Verstehen des Ganzen, dessen Teil wir sind. Über „Rechte“ brauchte man keine Diskussion.  Natur war unanzweifelbar das,wovon alles Leben abhing. Und ist es bis heute, -nur scheint uns dieses Verstehen weitgehend verloren gegangen zu sein,- was unsere Lebensbasis: Mother Earth, Patcha Mama,- worin bedeutungsmäßig der gesamte Kosmos mitschwingt, Sonne und Mond, Gestirne, Kosmos, „die Schöpfung“, in der alles mit allem verwoben.

Die Ökologie hat ab dem 19.Jahrhundert begonnen, die materiellen Aspekte dieser Interdependenzen im Oikos, unserem „Haus“, der Welt kleinschrittchenweise wissenschaftlich zu belegen. Alle Religionen geben uns dazu ihre spirituellen Deutungen, ob Schöpfergott, Sonnengott, die „Große Mutter“ oder ein ganzes Pantheon von die Natur beseelenden Wesen, mit denen man in dauerndem Austausch stand, -weil eben die Natur, die Verbindung mit ihr, das Wesentlichste war; ob man Stürme abhalten oder Regen für gute Ernten herbeiflehen wollte.

 

Die UNO brauchte ein fast Vierteljahrhundert nach ihrer Gründung, bis sie „Mutter Erde“ zu ihrer Agenda machte. Der Aktivist John McConnel schlug das 1969 vor, um Frieden und die Schönheit der Erde zur Tag- und Nachtgleiche (21.3.) zu ehren. Der US Senator Gaylord Nelson griff das mit großem Drive und Aufwand auf und ließ den warum auch immer 22.April zum Umweltaktionstag in den USA ausrufen, an dem auf Anhieb über 20 Mio Menschen teilnahmen. Der Frieden war da schon aus dem Programm gestrichen! Dennoch übernahm UN0 Generalsekretär U-Thant das Aprildatum und proklamierte den 22.4.1971 zum ersten weltweiten Earthday.

„May there be only peaceful and cheerful Earthdays to come for our beautiful spaceship Earth as it continues to spin and cycle in frigid space with its warm and fragile cargo of animate life“

Der Earthdays noch nicht genug: 1972 bei der Conference on Human Environment in Stockholm beschlossen Delegierte aus 130 Ländern, den 6.Juni zum World Environment Day zu deklarieren. Natur ist schon nur mehr Umwelt. Und diese Entfremdung von „unserer Mutter Natur“, der Verlust der existentiellen Beziehung, schreitet bei allem Engagement für alles was der Mensch an Umwelt für s i c h und sein Leben braucht, sukzessive  voran. Bis zum GeoEngeneering als „zeit-gemäßer“ Form des Umwelt-?, nein, des Menschenschutzes v o r der immer feindlicher erscheinenden Umwelt. Endlich wehrt sie sich!
1992 beschloss der Earth Summit in Rio die Agenda21 als erste Deklaration zur Sustainable Development.
1994 folgte die UN Convention on Climate Change und 2002 der Earth Summit in Johannesburg, 2008 das International Year of Planet Earth, 2015 das Pariser Klimaabkommen. Es folgten: die 17SDGs, die Agenda2030 for Sustainable Development, 2025 the Climate Promise2025 -ein „Versprechen“ nun der Zusammenarbeit zur Erreichung der SDGs. Die Hoffnung, sie erreichen zu können war in der Zwischenzeit offensichtlich nicht gewachsen. Die jüngste Geschichte kennen Sie. Und die Natur? Wehrt sich. Brennt!

 

Das kleine Österreich schaffte es auf Initiative des Gründers von GIVE – Global Integrated Environment, und glühenden Verfechters der McConnel-Variante, Franz Nahrada, seit 1996 auch(!) den Frühlingsearthday in der UNO in Wien zu feiern, -allerdings in UNO-gemäßer ziemlich geschlossener Gesellschaft, - dafür, meist, gekrönt vom Anschwingen der riesigen Friedensglocke (die man auch von der U-Bahn aus sehen kann) Zum heurigen 30.Geburtstag wurden wir ausquartiert, fanden im Bezirksmuseum Brigittenau Asyl, dessen rühriger Direktor, Herr Richard Felsleitner, irgendwann einmal eine Friedensglocke gerettet hatte.


Ich träume davon, den Earthday einmal ganz in der Natur feiern zu können, vielleicht auch - zum Beispiel für den Schulgarten Kagran- eine eigene NaturFriedensglocke zu organisieren.
Mit dem HerbstEarthday ist schon ein Schritt gemacht. Mit dem Rights of Nature Day gemeinsam möge er sich hier – und an vielen anderen Orten – dauerhaft etablieren dürfen!

 

NtrG.: Persönlich waren für mich als Gartenkind die „Rechte der Natur“ nie Thema weil von klein auf völlig selbstverständlich. Erst im Laufe des Erwachsenwerdens und dann des Studiums musste ich erkennen, dass das nicht alle  so sehen. Die RoN als juristische Verhandlungsmaterie lernte ich so richtig erst 1995 kennen, als ich  für einen Artikel für die StadtZeitung Oikodrom recherchierte; mit einem Interview mit Prof. Klaus Bosselmann, dessen Buch: Im Namen der Natur, der Weg zum Ökologischen Rechtsstaat im Scherz Verlag erschien und eine echte Empfehlung ist. 
Wie auch der heutige Tag mit hoffentlich vielen Impulsen und Anregungen – für unsere eigenen Initiativen -für die Rechte der Natur.

 

PS: Die ÖGG setzt sich nicht nur als Gastgeberin für die Rechte der Natur ein. Es liegt hier für alle ein Artikel 
aus unserer Zeitschrift:Garten&Haus von Elisabeth Kalous auf: Über die Rechte der Natur! Aus 2021.

Und wer Interessantes über RoN-Projekte berichten möchte möge sich gern an sie wenden: ek@oegg.or.at

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